Syphilis: überall und doch nirgends...
Beschreibung:
Syphilis ist eine sexuell übertragbare Krankheit, verursacht von Bakterien. Sie verläuft in drei Stadien mit vielfältigen Anzeichen. Sie beginnt mit kleinen Knoten und Geschwüren an der Stelle, wo die Ansteckung stattfand. Seit einigen Jahren nehmen die Syphilis-Fällen vor allem bei schwulen Männern deutlich zu. Syphilis kann mit Penicilin geheilt werden.
Übertragung:
Eine Übertragung findet in der Regel beim direkten Kontakt mit einem Syphilis-Geschwür statt. Das kann bei sämtlichen Sexpraktiken vorkommen: Bumsen, Fingerspielen, Arschlecken, Toys, Fisting. Sogar beim Küssen, wenn ein Syphilis-Geschwür im Mund des Sexpartners ist. Safer-Sex kann das Risiko verkleinern, aber nicht sicher verhindern.
Anzeichen und Krankheitsverlauf:
Eine Syphilis-Ansteckung verläuft in 3 Stadien
Stadium 1
1 bis 5 Wochen nach der Ansteckung
- Ein kleines, nicht schmerzhaftes Geschwür wächst am Ort der Ansteckung. Das offene Geschwür sondert eine sehr ansteckende Wundflüssigkeit ab. Das Geschwür verschwindet nach einer gewissen Zeit von selbst.
- Oft schwellen die Lymphknoten in der Umgebung des Geschwürs an. Innert ca. 6 Wochen heilen diese ersten Anzeichen ohne Behandlung ab.
Stadium 2
In ungefähr der Hälfte aller Fälle folgt auf das erste Stadium direkt das zweite. Bei der anderen Hälfte vergeht längere Zeit (von einigen Wochen bis zu vier Jahren), bis sich Anzeichen des zweiten Stadiums zeigen. Folgende Symptome können im zweiten Stadium auftreten:
- Fieber, Müdigkeit, kein Appetit, Kopf- und Gelenkschmerzen
- Schweiss-Ausbrüche in der Nacht
- Trockener Hautausschlag (kein Jucken, kein Nässen)
- Geschwollenen Lymphknoten
- Belegte Zunge
- Warzen
Diese Krankheitszeichen verschwinden nach 4 bis 12 Wochen wieder – auch ohne Behandlung. Deshalb werden diese Anzeichen oft nicht als Syphilis erkannt und behandelt.
Stadium 3
Wird die Syphilis nicht behandelt, können (oft nach mehreren beschwerdefreien Jahren) folgende Symptome auftreten:
- Gummiartige Knoten auf und im Körper
- Schädigung von inneren Organen (z.B. Herz, Leber)
- Schädigung von Skelett und Gelenken
- Schädigung des Nervensystems (Lähmungen Taubheit, Sehstörungen, geistige Verwirrung, oft mit tödlichen Folgen)
Behandlung:
In den ersten beiden Stadien ist Syphilis gut mit Penicilin heilbar. Die Schäden im dritten Stadium sind jedoch nicht mehr rückgängig zu machen, auch wenn die Bakterien durch Medikamente abgetötet werden. Bei einer Ansteckung ist die Behandlung der Sexualpartner wichtig. Ansonsten stecken sich die Partner trotz einer Behandlung erneut gegenseitig an (Ping Pong-Effekt).
Vorbeugung:
Kondome beim Bumsen und Blasensind ein wichtiger, aber kein vollständiger Schutz. Gerade bei Männern befinden sich häufig an der Peniswurzel Geschwüre, die vom Kondom nicht abgedeckt werden. Weitere Schutzmassnahmen:
- Bei Fingerspielen die Hände gründlich waschen, bevor ein neuer Sexpartner befingert wird
- Kein Kontakt mit nässenden Körperstellen oder Blut
- Beim Fisten für jeden neuen Partner neue Handschuhe verwenden
- Sexspielzeug nur mit einem Partner verwenden. Bei mehreren Partnern: neues Kondom über Sextoy oder Dildo stülpen oder gründlich reinigen
- Gleitmittel nicht aus Topf nehmen, in welchem andere schon den Finger drin hatten
- Männer mit wechselnden Sexpartnern sollten sich 2x pro Jahr beim Azrt oder Checkpoint auf Syphilis untersuchen lassen.
Syphilis und HIV:
Bei HIV-positiven Menschen verläuft die Syphilis meist schneller und heftiger. Stadium 1 und 2 können sogar gleichzeitig auftreten. Es besteht ein erhöhtes Risiko, dass die Syphilis das Nervensystem angreift. Zudem ist die Therapie einer Syphilis bei HIV-Positiven schwieriger und muss besonders sorgfältig durchgeführt werden.
Auch der Effekt der Syphilis auf die HIV-Infektion ist ungünstig: sie schreitet ohne Therapie (ART) schneller voran.
Für HIV-Negative mit einer Syphilis ist das Risiko grösser, sich mit HIV anzustecken, und umgekehrt sind HIV-Positive mit einer Syphilis ansteckender.







