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HIV (HIV-Infektion)

«HIV» ist die Abkürzung für «Human Immunodeficiency Virus» (deutsch: «Menschliches Immun- oder Abwehrschwäche-Virus»). HIV befindet sich u.a. im Blut, in Sperma und Lusttropfen und in den Flüssigkeiten von Schleimhäuten (z.B. im Enddarm) infizierter Menschen.

In den westlichen Industrieländern wie der Schweiz sind schwule Männer besonders häufig von HIV betroffen. Wird eine HIV-Infektion nicht behandelt, führt sie zu Aids. Die HIV-Infektion ist nicht heilbar. Eine antiretroviralen Therapie (ART) kann eine Ansteckung mit HIV unter Kontrolle halten und den Ausbruch von Aids verhindern.


Übertragungswege:

Beim Sex: Am häufigsten wird HIV beim ungeschützten Analverkehr (Bumsen) übertragen. Das gilt für den eindringenden (aktiven) wie den empfangenden (passiven) Partner. Beim Bumsen kann HIV auch ohne Abspritzen von Sperma übertragen werden. Ein HIV-Risiko besteht ebenfalls beim ungeschützten vaginalen Geschlechtsverkehr. Beim Blasen (Oralverkehr) besteht kein Risiko, solange kein Blut oder Sperma im Spiel ist.

Beim Drogenkonsum: Menschen, die sich Drogen spritzen («fixen»), können sich anstecken, wenn sie gebrauchtes Fixerbesteck benutzen.

Mutter-Kind-Übertragung: Kinder von HIV-positiven Frauen können während der Schwangerschaft, während der Geburt und auch beim Stillen angesteckt werden. Mit den heutigen Behandlungsmöglichkeiten sinkt die Übertragungsrate aber fast auf Null.

Blut und Blutprodukte: Bei einer Bluttransfusion besteht theoretisch das Risiko einer HIV-Übertragung. In der Schweiz werden sämtliche Blutspenden getestet. Deshalb kommen in der Schweiz seit vielen Jahren keine solchen Übertragungen mehr vor.


Zeit zwischen Ansteckung und Krankheits-Ausbruch:

Eine unbehandelte HIV-Infektion verläuft in drei Stadien:

Stadium 1: In den ersten Wochen nach der Ansteckung treten oft Symptome wie bei einer Erkältung oder einer leichten Grippe auf: Fieber, Hautausschlag, Müdigkeit, Kopfschmerzen usw. Dieses Stadium heisst Primoinfektion. Viele betroffene Personen oder Ärzte bemerken diese Symptome gar nicht oder bringen sie nicht mit der HIV-Infektion in Zusammenhang.
Die Krankheitszeichen verschwinden nach einigen Wochen spontan. Danach verläuft die HIV-Infektion zunächst unauffällig. In der Regel bleibt man über Jahre beschwerdefrei und kann ein normales Leben führen. Das Virus breitet sich dennoch schleichend aus und strapaziert das Immunsystem und weitere Organe konstant.

Stadium 2: Durch die andauernde Belastung wird das Immunsystem immer schwächer. Ab einem gewissen Punkt kann es sich nicht mehr ausreichend gegen alle Krankheitserreger wehren. Die Anzeichen der Immunschwäche sind Hauterkrankungen, andauernde Lymphknotenschwellungen, starker Nachtschweiss und weitere Symptome.

Stadium 3: In diesem Stadium ist das Immunsystem so stark beeinträchtigt, dass es auch schwere, lebensbedrohliche Krankheiten nicht mehr verhindern kann. Wenn bestimmte Kombinationen von Krankheiten auftreten, spricht man von Aids. Die Bandbreite dieser so genannt „Aids definierenden“ Krankheiten ist gross. Sie reicht von Krebserkrankungen über gewisse Formen der Lungenentzündung bis zum Befall der Speiseröhre mit dem Hefepilz Candida albicans. Nach dem Ausbruch von Aids beträgt die Lebenserwartung – ohne Behandlung - noch wenige Monate bis drei Jahre


Behandlung:

Eine HIV-Infektion kann nicht geheilt werden. Die Viren bleiben ein Leben lang im Körper. Die HIV-Therapie (antiretrovirale Therapie: kurz ART) kann das Virus nicht vollständig aus dem Körper entfernen. Die ART verhindert aber seine Vermehrung. Das bringt viele Vorteile:

  • Aids bricht nicht aus.
  • Die Lebenserwartung und Lebensqualität steigen deutlich.
  • Das Immunsystem wird entlastet und erholt sich.
  • Bei erfolgreicher Therapie (und ohne andere sexuell übertragbare Krankheit) ist man nicht mehr ansteckend, d.h. beim Sex wird das Virus nicht weitergegeben, auch ohne Kondom.
  • Bei einer antiretroviralen Therapie (ART) gegen HIV werden immer mehrere Medikamente kombiniert, man nennt sie deshalb auch Kombinationstherapie. Eine ART muss während des ganzen Lebens eingenommen werden und kann Nebenwirkungen haben.


Vorbeugung:

Wenn nicht sicher ist, dass der Sexpartner HIV-negativ ist, verhindert nur Safer Sex eine Ansteckung mit HIV. Eine HIV-Infektion ist nicht sichtbar. Kurz und bündig: Bumsen mit Gummi, kein Sperma in den Mund. Dies gilt auch beim Bumsen ohne Abspritzen.
Beratung und Test: Kann eine HIV-Infektion bei Sexpartnern mit Sicherheit ausgeschlossen werden, kann auf Safer Sex verzichtet werden. Dafür ist aber eine Beratung mit Test notwendig.

HIV-Positive mit einer wirksamen Therapie (ART) übertragen unter drei Bedingungen HIV nicht auf ihre Sexpartner:
  • Die Viruslast ist 6 Monate unter der Nachweisgrenze
  • Die Therapie ist unter ärztlicher Kontrolle


Blasen (Oralverkehr) ist ungefährlich, solange kein Sperma im Spiel ist.

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