Psychologische Unterstützung
Die Gewissheit, sich angesteckt zu haben, kann tiefe Verzweiflung und Ängste auslösen. Damit umzugehen ist nicht einfach. Oft ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um den psychischen Druck zu vermindern und Lösungen zu finden.
Die Diagnose, HIV-positiv zu sein, bringt häufig grosse seelische und soziale Belastungen mit sich. Diese können zu akuten Krisen führen, aber auch zu länger dauernden Angstzuständen und Depressionen. Während normale Stimmungstiefs meist von selbst vorübergehen, sollten länger dauernde seelische Erkrankungen, wie z. B. Depressionen, behandelt werden.
Professionelle Hilfe zu suchen, ist kein Ausdruck von Schwäche und Hilflosigkeit. Im Gegenteil: Es zeigt den Wunsch nach Veränderung und hilft, belastende Gedanken und Gefühle zu überwinden bzw. einen konstruktiven Umgang mit ihnen zu finden.
Die regionalen Aids-Hilfen können dir bei der Suche nach dem geeigneten Therapeuten oder der geeigneten Therapeutin helfen.
Anzeichen psychischer Probleme
Wer über längere Zeit eines oder mehrere der folgenden Anzeichen bei sich beobachtet, sollte dies mit seinem Arzt besprechen: Niedergeschlagenheit, Antriebs- und Entscheidungsschwäche, Konzentrationsstörungen, Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle, Schlafstörungen, Angst, Gereiztheit.
Behandlung
Depressionen und ähnliche psychische Probleme können heute gut behandelt werden, entweder durch eine Gesprächstherapie alleine oder in Kombination mit einer medikamentösen Therapie. Es ist wichtig, die Behandlung mit dem behandelnden HIV-Arzt abzusprechen, da gewisse Medikamente (v.a. Johanniskraut!) einen ungünstigen Einfluss auf die HIV-Therapie haben.
Kosten und Krankenkassenbeiträge
Das Krankenversicherungsgesetz macht in der Grundversicherung eine Unterscheidung zwischen ärztlicher und nicht-ärztlicher Psychotherapie.
Die Grundversicherung deckt in den ersten drei Jahren die Kosten für zwei einstündige Therapiesitzungen pro Woche, sofern sie durch eine in der Arztpraxis angestellte Fachperson (delegierte Psychotherapie) oder durch ärztliche PsychotherapeutInnen oder PsychiaterInnen durchgeführt wird.
Anders sieht es aus mit Kassenbeiträgen an nicht-ärztliche Psychotherapien. Arbeitet die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut in derselben Praxis wie ein Arzt, kann delegierte Psychotherapie durchgeführt werden, die ebenfalls als Pflichtleistung in der Grundversicherung gilt. Bei den anderen PsychotherapeutInnen, auch wenn sie noch so qualifiziert sind, gibt es dagegen lediglich freiwillige Leistungsbeiträge aus den Zusatzversicherungen. Diese sind von Kasse zu Kasse sehr unterschiedlich geregelt, und der Versicherungsgrad der KlientInnen spielt ebenfalls eine Rolle. Alle Kassen decken dabei nur einen Teil der Kosten.
Betroffene, die sich mit dem Gedanken tragen, eine psychotherapeutische Begleitung in Anspruch zu nehmen, sollten sich deshalb unbedingt vorgängig bei der zukünftigen psychotherapeutischen Fachperson bzw. der Krankenkasse über die genauen Bedingungen informieren.
Eine Auflistung der Leistungen im Bereich Zusatzversicherungen von verschiedenen Krankenkassen kann auch beim Schweizer Psychotherapeuten-Verband (SPV) bezogen werden. Zudem sollte die Kostenfrage mit der Therapeutin bzw. dem Therapeuten in der ersten Stunde sorgfältig abgeklärt werden.
Tipp!
QUEER-HELP (speziell für HIV-positive Männer)
HIV-positiv und niemanden mit dem du darüber sprechen kannst? Wir reden darüber, da wir selbst HIV-positive Menschen sind:
Mehr Infos: Link
QUEER-TALK (auch für HIV-positive Männer):
Dauerstress? Angst im Nacken? Depressiv? Sprich mal drüber... mit jemandem garantiert ohne Berührungsängste gegenüber den Themen Homosexualität oder HIV.
QUEER-TALK ist ein Angebot des Checkpoint Zürich mit dem Ziel, die psychische Gesundheit von schwulen Männern und anderen Männern die Sex mit Männern haben, zu verbessern. Dies gilt natürlich auch für HIV-positive Männer! Die Angebote im Checkpoint können über die Krankenkasse-Grundversicherung abgerechnet werden.
Mehr Infos: Link
QUEER-QUIT (auch für HIV-positive Männer):
Du wolltest schon lange mit dem Rauchen aufhören, hast es aber nie geschafft? Queer Quit ist ein Raucher-Entwöhnungskurs für schwule Männer. Bisherige Erfahrungen sind positiv. Auch du kannst dich anmelden. Infos findest du hier:
Mehr Infos: Link







